Yogalehrer-Verband BDY wird modern

Der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland, kurz: BDY, wurde schon 1967 in Berlin gegründet und ist seitdem etwas in die Jahre gekommen. Deshalb bemühen sich die aktiveren Mitglieder seit einiger Zeit darum, die Strukturen des Vereins zu modernisieren. Vor einem knappen Jahr meldeten wir einen frischeren Internetauftritt, nun wurde ein neuer Vorstand gewählt.

Wie jede Berufssparte brauchen auch die Yogalehrer und Yogaschulen-Inhaber hierzulande eine starke, öffentliche Vertretung und eine Organisation, die die Yogis untereinander gut vernetzt. In der freien Szene wird immer wieder die Idee laut, solch eine Organisation zu gründen. Dabei gibt es seit über 40 Jahren den BDY, dazu den Deutsche Yoga Dachverband (DYV) mit sieben Mitgliedsverbänden, neben BDY gehören dazu Yoga Vidya, die Iyengar-Lehrer, die Sivananda-Zentren und der Kneipp-Bund. Daneben bieten sich jüngere Gründungen wie der Bund Freies Yoga oder ausländische Organisationen als Alternativen an; bestes Beispiel: die durch ihr beliebtes Lehrerzertifikat (YA) recht präsente American Yoga-Alliance. International sind der BDY und DYV mit der Europäischen Yoga Union vernetzt – für Yogapolitik gibt es also reichlich viele Spielflächen.

In dieser Gemengelage versucht der BDY seit zwei Jahren, seine Rolle neu zu definieren und sich zu modernisieren. „Mehr Mitgliedernähe und moderne Strukturen“ und „Aktiv MIT Mitgliedern FÜR Mitglieder“, lauten die Slogans in der Pressemitteilung der BDY-Geschäftsführerin Doris Hafner. Der „Change Management Prozess“ sei auf der vorletzten Mitgliederversammlung 2009 durch die Satzungsänderung beschlossen worden. Nun will der Verband effektiver arbeiten und kommunizieren. Uns Journalisten würde das natürlich freuen, wenn damit auch die Zusammenarbeit mit den Medien gemeint ist – die war bisher etwas sperrig. Aber natürlich will sich der Verband vor allem auch mehr um die Bedürfnisse seiner Mitglieder kümmern. Man wolle sich an bestimmten Fachthemen ausrichten und ganz allgemein „das Gemeinschaftsgefühl“ stärken, heißt es.

Wir gratulieren: Der Vorstand ist neu gewählt – allerdings teilweise aus ehemaligen Vorstandsmitgliedern: Die neue Vorstandsvorsitzende ist jetzt Angelika Beßler, sie war vorher lange Zeit im Vorstand des BDY für Finanzen und Organisation zuständig. Die stellvertretenden Vorstände sind Franziska Steiger und Hardy Fürch. Franzisca Steiger ist seit 2008 im Vorstand für die Themen Aus- und Weiterbildung zuständig. Die studierte Betriebswirtin und Personalentwicklerin machte ihr BDY-Yogalehrerabschluss in der Praxis für Yoga und Meditation in Kassel und unterrichtet in Fürth Kleingruppen und Einzelpersonen. Angelika Beßler lehrt seit 1998, hat eine Yogaschule in Ibbenbüren und arbeitet außerdem seit 2001 in der Rehabilitation der Klinik Tecklenburger Land. Als Lehrer nennt die BDY-Zertifizierte unter anderem R. Sriram und Eckart Wolz-Gottwald. Yoga sei für sie keine Religion, eher eine Lebensphilosophie.  

Hardy Fürch, ebenfalls BDY-Urgestein, dürfte unseren Lesern am vertrautesten sein; er ist Autor des Buches Wie Green Yoga die Welt verändert und der Green-Yoga-Serie auf yogaservice.de. Mit ihm sollte der BDY eine Ausrichtung bekommen, die sich an zeitgemäßen gesellschaftspolitischen Werten wie Nachhaltigkeit, world awareness und strategischem Konsum ausrichtet. Das könnte interessant werden. 

Ein wichtiger Teil der Arbeit des BDY soll künftig in den sieben sogenannten Fachkreisen stattfinden, die sich jeweils um folgende Themen kümmern: Verbandsentwicklung, Berufspolitik, Schulen & Ausbildung, Weiterbildung, Internationales, Forschung und Projekte. Die Fachkreise aus BDY-Mitgliedern organisieren sich selbst und haben einen Sprecher (oder Sprecherin). Der Vorstand wiederum kommuniziert mit diesen Sprechern über sogenannte „Fachliche BeraterInnen“, die den „direkten Kontakt zu den Fachkreisen halten“ sollen. Und als Bindeglied zwischen Vorstand und Fachkreisen gibt es dann noch den „Runden Tisch“, an dem sich alle „Fachkreis-SprecherInnen, Fachliche BeraterInnen und der Vorstand mehrmals jährlich zusammensetzen“ wollen.

Wenn man nicht wüsste, dass es hier eigentlich um Yoga geht... Es wird der Öffentlichkeit aber versichert, dass sich die Mitglieder mit „viel Engagement  und Freude auf den Weg machen“ würden, um „die Zukunft des BDY und des Yoga in Deutschland gemeinsam mitzugestalten“. Wir sind gespannt.

tis

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Die Geschäftsführerin des BDY, Doris Hafner, ist zwar selbst keine Yogalehrerin (Interview auf Citysports). Die Hauptaufgabe des Verbandes ist
aber Organisation der drei- bis vierjährigen Ausbildung zum Yogalehrer (BDY/EYU). Der Abschluss wird von den Krankenkassen anerkannt.

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