Yoga on beat: Inside Flow mit Young Ho Kim

"Wenn du laute Musik nicht magst, bist du im falschen Workshop”. Mit diesen Worten begrüßte Young-Ho Kim die rund 50 Teilnehmer seines Workshops an einem schwül-heißen Augustsonntag im Studio „Cool Yoga“ in Dortmund. Vereinzelt sieht man leise Zweifel in den Gesichtern, doch es überwiegt Vorfreude. Was dann kam, berichtet Natascha Kießler für yogaservice.de.

Der Koreaner Young-Ho Kim ist mit Taekwondo und Zen-Buddhismus aufgewachsen. Mit 13 kam er nach Deutschland und unterrichtet heute einen sehr fließenden, kraftvollen und fast tänzerischen Vinyasa-Stil. Daneben unterrichtet er „Zen-Gymnastik" und „Mental Balance“. 2007 eröffnete er in Frankfurt das Studio „Inside Yoga“ und schreibt damit auch eine der imposanteren Erfolgsgeschichten hierzulande. Kein Wunder, dass auch bei der diesjährigen Yoga Conference in Köln neben den Praxisklassen auch sein Talk über Yogabusiness gut gefüllt und für Profis ziemlich aufschlussreich war.

Auch bei seinem Workshop bei Cool Yoga sprach er zunächst darüber, wie das Konzept „Inside Flow“ entstanden ist. Der sympathische Lehrer, der in Shorts und schlichtem T-Shirt ganz bodenständig daherkommt, hört in seiner Freizeit gerne Musik, aber eben keine „Yoga“-Musik. „Warum also, sollte man keine englischen oder deutschen Lieder im Yogaunterricht spielen?“ fragt er uns. „Sanskrit ist keine heiligere Sprache als Englisch oder Deutsch.“ Ok, denke ich im Stillen, so neu ist das nicht. Das kenne ich aus Vinyasa- oder Jivamukti-Klassen auch. Aber in diesen Klassen, so Young Ho weiter, läuft die Musik oft nur im Hintergrund. Man bewegt sich gegen den Takt – als tanze man „off beat“ in einem Club. Das täte ihm – als Tänzer – im Herzen weh. „Inside Flow“ ist daher Yoga „on beat“: im Takt und im vollkommenen Flow mit der Musik.

Young-Ho ist daher immer auf der Suche nach geeigneten Stücken mit Texten, die einen Bezug zum Yoga und zur Yogaphilosophie haben. Egal, ob sie aus einem Club in Hongkong oder von einem Schüler kommen. So entstanden bis heute an die 40 Flows, mit teils sehr herausfordernden Choreografien, die in perfekter Harmonie zur Musik geübt werden können.

In Dortmund unterrichtete er zwei davon – und bereits nach den ersten Minuten auf der Matte läuft bei den Teilnehmern der Schweiß in Strömen. Immer wieder lässt uns Young Ho zu Alicia Keys „As I am“ in den Handstand kicken, um von dort (mehr oder weniger) elegant in eine Kobra zu gleiten. In der zweiten Runde kommt noch ein Skorpion dazu. Bevor alle daran verzweifeln, macht „Meister Kim“ das lieber mal kurz vor: eine perfekte Demonstration von Eleganz, Kraft, Körperbeherrschung und Taktgefühl.

Der zweite Flow wird dann ruhiger, was alle aufatmen lässt, denen die schwüle Luft zu schaffen macht. Zu „Lay it down“ von Jaci Velasquez fließen wir dahin. Ja, auch körperlich. Aber vor allem bewegen wir uns im Takt unserer Atmung, unserer Herzen und der Musik. Und spätestens jetzt sind sich alle einig, dass sie im richtigen Workshop sind.

Natascha Kießler

 

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