Verlosung: Darf man mit Yoga Geld verdienen?

Man liest öfters, Yoga sei ein „Milliardengeschäft". Die Yogalehrenden, die wir kennen, sind von ihrer ersten Million allerdings wohl noch einige Leben entfernt. Wie seht ihr das? Darf mit Yoga Geld verdient werden? Unter den Einsendungen verlosen wir drei Einkaufsgutscheine für die Yogaabteilung bei Zalando. Dazu ein paar Gedanken.

20,4 Millionen Amerikaner, die derzeit Yoga üben, gaben im Jahr 2012 rund 10,3 Milliarden Dollar für Yogaklassen, -reisen, -workshops und -ausrüstung ausgegeben haben, will eine Studie im Auftrag des amerikanischen Yoga Journal herausgefunden haben. Das sind gegenüber 15,8 Millionen Yogis und Yoginis im Jahr 2008 fast 30 Prozent mehr. Schon damals sprach man vom "Billion Dollar Market", mit einem Umsatz von 5,7 Milliarden Dollar. In den USA gibt es Lehrer, die es zu so etwas wie Berühmtheit gebracht haben. Sie verdienen mit ihren Yogastudios, Yogalehrerausbildungen und DVDs vermutlich ganz gut. Wenn die Artikel, die Yoga als Milliardenmarkt thematisieren, konkrete Namen nennen sollen, fallen doch nur die Namen Bikram Choudury und von spirituellen Führern mit dem strengen Geruch von Sekte und Massenverführung. Aber wie viel verdient denn nun eine Shiva Rea, ein Bryan Kest oder ein Dharma Mittra? Vermutlich so viel wie einer, der ein paar Fitnessstudios zum Laufen gebracht hat. Ein erfolgreicher Coach oder der Bestseller-Autor von Lebensratgebern verdient wohl mehr.

In Deutschland dagegen steht eine Marktstudie immer noch aus. Kein Mensch weiß, wie viel der Yogamarkt hier umsetzt. Yogaservice.de hat verschiedenen Einrichtungen schon vorgeschlagen, eine Umfrage zu organisieren. Eine Marktstudie kostet allerdings Geld. Und dass das fehlt, sagt schon einiges. Natürlich wirft eine aussagekräftige Studie auch schwierige Fragen auf: Ist Yoga-Vidya, gemeinnütziger Verein und doch nach Zahl der Veranstaltungen größter Yogaanbieter von Europa, als Unternehmen zu werten – mit Angestellten, die im Ashram ehrenamtliche „Karma-Arbeit“ leisten? Und wie bewerte ich einen Therapeuten, der Yoga neben einigen anderen Methoden einsetzt?

Yogaunterichten ist eine schöne Beschäftigung. Sie ist sinnvoll und erfüllend. Allerdings macht sich unter den Absolventen der vielen Teacher Trainings auch gerade die ernüchternde Erkenntiss breit, dass man vom Unterrichten nicht wirklich „reich“ wird. Um sich einen durchschnittliche Existenzgrundlage damit aufzubauen zu verdienen, braucht es einige Ausbildungen, viel Durchhaltevermögen und Idealismus.

Der Yogalehrer bzw. Yogalehrerin ist der Modeberuf der Nuller und Zehnerjahre, so wie es der DJ in den Neunzigerjahren war. Über diesen Beruf wurde meist nur die halbe Wahrheit geschrieben. Kein DJ lebt allein vom Plattenauflegen, die meisten sind gleichzeitig Musikproduzenten, Clubbetreiber, Partyveranstalter oder Journalist. Beim Yogalehrer ist es ähnlich: Unter ihnen findet man Psychologen, Unternehmer, Ärzte, Physiotherapeuten, Studiobesitzer, Autoren, Reiseveranstalter oder einfach Ehepartner gut verdienender Menschen. Oder sie verdienen ihr Geld parallel in einem ganz anderen Beruf.

Yoga ist sicherlich ein wachsender Markt. Das Lebensgefühl, das mit Yoga zu tun hat, öffnet auch für ökologische Produkte, vegetarisches Essen, nachhaltges Reisen und natürlich für Therapien und Workshops, die einen weiterbringen. Für diejenigen, die sich als Yogalehrer eine Existenz aufbauen, ist diese Entwicklung positiv. Und nun die Frage an euch: Macht dieser wirtschaftliche Trend Yoga schnöde und öde? Kennt ihr persönlich Leute, denen es im Yoga nur "um die große Kohle" geht? Schreibt uns eure Erfahrungen und Meinung. Und ob ihr, auch wenn ihr Kommerz und den Handel mit Yogakleidern ablehnt, nicht doch gerne an der Verlosung teilnehmen wollt und einen Gutschein für Yogaausrüstung gewinnen wollt. Schreib uns bis zum 06. Oktober 2013 an kontakt [at] yogaservice [dot] de oder poste deine Sichtweise auf unseren Facebook-Account. Der Gewinner erhält einen Gutschein im Wert von 50 Euro, mit dem er sich in der Yogaabteilung des Online-Händlers Zalando auszustatten kann. Es entscheidet das Los, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

tis

Artikelbild: Shopping im „Yoga Garden“, eine Messe im Rahmenprogramm der Yoga Conference Germany 2012. Die Veranstalter haben das Experiment 2013 wieder fallenlassen. © yogaservice.de

Zum Thema

Yogaausrüstung und Sportsachen beim Online-Händler Zalando

Weitere Artikel rund um Yoga