Kinderwunsch-Yoga: An der Fruchtbarkeit arbeiten

Auch wenn äußerlich scheinbar alles dafür spricht, will sich manch heiß ersehnte Schwangerschaft nicht einstellen. Im Yoga haben sich für beide Geschlechter Übungsformen entwickelt, die dem Nachwuchs auf die Sprünge helfen. Bettina Hartmann gibt Kurse für Yogis mit Kinderwunsch und beschreibt, worum es dabei geht.

Bei einer Empfängnis spielen viele körperliche, geistige und seelische Faktoren zusammen. Die Lebensumstände und Umweltbedingungen reduzieren heute allerdings erwiesenermaßen die Fertilitätstsrate bei Männern wie bei Frauen. Viele Menschen verschieben die Familienplanung in einen späteren Lebensabschnitt, gleichzeitig nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern im späteren Lebensalter ab.

Aus gesellschaftlichen oder psychischen Gründen wird die Entwicklung natürlicher Rhythmen blockiert. Viele Frauen haben zudem Probleme, nach dem Absetzen der Pille zu ihrem regelmäßigen Zyklus zurückzufinden. Die Unausgeglichenheit der verschiedenen Hormone führt zu unregelmäßigen oder ausbleibenden Zyklus, verhindert den Eisprung oder verursacht sogar Eierstockzysten. 

Ein ausgeglichenes Hormonsystem basiert auch nicht nur auf körperlicher Gesundheit, geistige und seelische Prozesse beeinflussen es gleichermaßen. Äußere und innere Stressfaktoren wirken direkt auf das hormonelle System und können so eine Empfängnis behindern.

Grundsätzlich sprechen immer mehr Studien und die Erfahrung der Übenden dafür: Yoga fördert eine gesunde Lebensweise. Yoga unterstützt die Harmonie von Körper, Seele und Geist und baut Stress wirkungsvoll ab. Schon allein dadurch erhöht sich Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Dennoch wurden differenzierte Yogaprogramme entwickelt, die die positiven Einflüsse von Yoga gezielt einsetzen, um die Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern zu steigern und zu erhalten. So empfehlen immer mehr ganzheitlich denkende Gynäkologen ihren Kinderwunschpatientinnen, Hormon-Yoga zu praktizieren.

In Berlin bieten Yogalehrerinnen wie Bettina Hartmann, Adrienne Eigemann und Sharada Devi Yogakurse an, die auf die speziellen Bedürfnisse von Frauen und Paaren mit Kinderwunsch zugeschnitten sind. Hormon-Yoga wirkt ganzheitlich, natürlich und ohne Nebenwirkungen. Durch spezielle Yogahaltungen und intensive Atemübungen, Visualisierungs- und Chakren-Arbeit werden Eierstöcke, Schilddrüse und Hypophyse stimuliert, die körpereigene Hormonbildung angeregt und das hormonelle System als Ganzes harmonisiert.

Die Entwicklerin und berühmteste Lehrerin der Hormon-Yoga-Therapie ist die Brasilianerin Dinah Rodrigues. Hierzulande führend sind erfahrene Lehrerinnen wie Lucia Nirmala Schmidt und Lalleshwari Turske. Manche auf Kinderwunsch spezialisierte Yoga-Lehrerinnen, die bei Dinah ausgebildet wurden, haben aus ihrem System auch Übungen für die Förderung der Fruchtbarkeit abgeleitet. Dafür ist eine differenzierte, abgewandelte Übungspraxis nötig, die außer dem anregenden Aspekt auch den „rezeptiven Akt“ der Empfängnis berücksichtigt.

Ein bewusstes „Sich Einlassen“ auf den natürlichen Prozess ist eine wichtige Vorausetzung, um zu spüren, was in dieser Zeit wirklich wichtig ist und gut tut. Daraus entsteht Vertrauen in den eigenen Körper, innere Gelassenheit und Ausgeglichenheit, die stark zur Harmonisierung des Hormonhaushalts beitragen.

In bestimmten Ansätzen werden die anregenden Übungen des klassischen Hormon-Yoga durch weibliche, meditative Bewegungsabläufe ergänzt. Diese lassen die aktivierte Energie durch den ganzen Körper fließen, lösen Blockaden auf und öffnen subtile Energiekanäle und –zentren. Durch entspannende, regenerative Haltungen lernen Frauen ihren Körper mehr und mehr wahrzunehmen. Sie entdecken ihre ureigene Kraft und stärken so das Vertrauen in den ihren Körper. Sie finden Zugang zu ihrer weiblichen Intuition: die emotionale Basis, in dem sich neues Leben geborgen und gesund entwickeln kann.

Andere Lehrer ergänzen ihr Hormon–Yoga für Kinderwunsch mit individuell abgestimmten Fruchtbarkeits- und Klangmassagen und emotionalen Körper-Therapien. Diese ganzheitliche Harmonisierung ist eine Erfahrung, die hilft, sich körperlich, geistig und seelisch auf das Kind vorzubereiten. Ob mit oder ohne meditative Bewegungsübungen oder Massagen: Es geht vor allem darum, dass Frauen ihren Körper besser kennenlernen und auf ihren Zyklus und Hormonhaushalt selbstbestimmt einwirken. Sie aktivieren Selbstheilungskräfte und finden zu ihrem individuellen, gesunden und natürlichen Lebensrhythmus zurück.

Frauen, die sich in einer medizinischen Fertilitätsbehandlung befinden, sollten allerdings kein klassisches Hormon-Yoga üben. In den USA haben sich bereits verschiedene, erfolgreiche Ansätze im Zusammenhang mit „fertility“ entwickelt. Bei dieser entspannenden, meditativen Übungspraxis werden die weiblichen Fortpflanzungsorgane auf sanfte Art und Weise stimuliert, so dass die Frauen auch während der Menstruation, bei Endometriose und noch während des ersten Trimesters der Schwangerschaft üben können. Auf die anregende und entgiftende Atempraxis des Hormon-Yoga wird dabei eher verzichtet. Vergleichbare Angebote in Deutschland, darunter der markenrechtlich geschützte „Fertility-Yoga“, zeigen den Frauen neben der sanften Yogapraxis weitere natürliche Maßnahmen zur Steigerung der Fruchtbarkeit auf.

Alle hier vorgestellten Yogapraktiken beruhigen das vegetative Nervensystem, bauen Stresshormone im Körper und Stresssymptome im Alltag ab und lösen geistige und emotionale Anspannung. Sie erlauben es, eine ureigene Weiblichkeit zu leben, die, jenseits von Schwangerschaft, Fruchtbarkeit als Symbol für weibliche Kreativität und Intuition fördert. Yoga kann Frauen  bewusst machen, wie sehr körperliches und seelisches Wohlbefinden voneinander abhängen und lässt sie zu der inneren Harmonie und dem gesunden Rhythmus finden, die der weiblichen Natur entsprechen.

Ein wichtiger Aspekt bei Yoga für Kinderwunsch ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der jeweiligen Yogalehrerin, die in jeder Stunde die Praxis an die momentane, individuelle Situation und an die persönlichen Bedürfnissen der Teilnehmerinnen anpassen kann.

Parallell  zum Frauenprogramm bieten einige Lehrer und Lehrerinnen auch Yoga für Männer an, die auf das männliche Hormonsystem abgestimmt sind. Spezielle Übungen und Entspannungstechniken reduzieren Stress, regen die natürliche Testosteronproduktion an und können die Samenqualität verbessern.

Bettina Hartmann

Artikelfoto: © Claudia Casagrande

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