Essen, meditieren und Liebe finden mit Julia Roberts

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Eines vorweg: In der Verfilmung des Romans „Eat Pray Love“ rollt Julia Roberts nur einmal eine staubige Yogamatte aus – und das war es dann auch schon weitestgehend zum Thema Yoga. Natürlich sehen wir Roberts immer mal wieder im Meditationssitz, und sie ist auf der Sinnsuche. Doch die Hollywood-Produktion, die am 23. September in die deutschen Kinos kommt, lebt vor allem von ihren Bildern und der Musik. Yogaservice.de hat sich den Film schon angesehen.

Opulente Bilder, gute Musik, schöne und herzliche Menschen, Städte und Landschaften, die das Fernweh schüren und Essen, bei dem einem das Wasser im Mund zusammenläuft, das macht den Reiz dieses Films aus. Hollywood-Star Julia Roberts spielt die Autorin Liz (Elisabeth). Eigentlich hat Liz alles wovon eine Frau um die 30 träumt: Einen Mann, ein Haus, eine Karriere und viele Freunde. Trotzdem ist sie nicht glücklich; fühlt sich verloren und ziellos. Sie entscheidet sich für eine Trennung und ein Jahr fortzugehen. Sie bricht zu einer Reise rund um die Welt auf, die zu einer Suche nach sich selbst wird. In Italien entdeckt sie die Kunst des Genießens (Eat), in Indien lernt sie die Macht der Meditation kennen (Pray) und in Bali erfährt sie Liebe, inneren Frieden und Ausgeglichenheit (Love).

Der Film beruht auf einer wahren Geschichte der Autorin Elizabeth Gilbert. Sicherlich sind Romanadaptionen keine einfache Angelegenheit. Der autobiographische Bestseller ist einfach großartig in seiner „ungefilterten, intimen und enthüllenden Art“, wie Gilbert ihn selbst rückblickend beschreibt. Sie möchte eben deshalb nichts mehr in dieser sehr persönlichen Art veröffentlichten. Sie hatte auch angenommen, dass sich nicht viele für „Eat Pray Love“ interessieren würden. Dabei hat sich das Buch bisher über acht Millionen mal verkauft. 

Der neue Trailer von Eat Pray Love © Sony Pictures

 

Gilbert, die während der Produktion im Austausch mit dem Filmteam stand, findet, „dass sich das Filmteam bemüht hat, so nah wie möglich an der ursprünglichen Geschichte zu bleiben.“ Aber während man sich im Roman relativ leicht in das Drama von Liz hineinversetzen kann und mit ihr leidet und freut, ist dies im Film wesentlicher schwieriger. Irgendwie ist alles, egal wie tragisch die Szene, immer ein bisschen zu nett und schön. Und auch wenn ein Jahr Reise sicher ihren Erzählwert hat, ist der Film mit 140 (!) Minuten schlichtweg zu lang für das, was an Dialogen und Handlung passiert.

Witzig und weise sind die Szenen mit Richard aus Texas im indischen Ashram und dem balinesischen Medizinmann Ketut Lyier, dessen Name wörtlich übersetzt „strahlendes Licht“ bedeutet. Von ihm lernt Liz auch die „einfachere“ Meditation im Vergleich zu denen, die in Indien praktiziert werden. Seiner Meinung würden auch alle beim Yoga viel zu ernst schauen. Dabei sei es so wichtig, „zu lächeln“. Dies sei auch der Schlüssel für die Meditation. „Um zu meditieren, musst du nur lächeln. Lächle mit deinem Gesicht, lächle mit deinem Verstand und gute Energie wird zu dir kommen and alles Schmutzige wegwaschen. Versuche selbst mit deiner Leber zu lächeln“, was Liz bis zum Ende des Films auch meistern wird.

Mit den meisten der Menschen, die Gilbert während ihrer Reise traf, ist die Autorin immer noch in Kontakt. Sie selbst lebt jetzt mit ihrem Mann Felipe (im Film gespielt von Javier Bardem) in New Jersey (USA). Mit Luca Spaghetti, den sie in Rom kennenlernte, feierte sie gemeinsam Weihnachten, ihr Tandem-Partner Giovanni besuchte sie, und mit Sofie aus Schweden trifft sie sich, wo immer es sich auf der Welt einrichten lässt. Der Texaner Richard, mit dem sie bis zuletzt eine intensive Verbindung hatte, verstarb vor kurzem an Herzversagen. Gilbert ermuntert, unbedingt ihre Freunde auf Bali, Ketut Liyer und Wayen, die Heilerin, zu besuchen.  

mho

Artikelfoto: © Sony Pictures

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Sehr lustig schreibt Autorin Elisabeth Gilbert im Zeit Magazin von ihrer ersten Yogastunde, die sie in einem Wollpulli und einer engen Jeans durchführte.

Ende August erschien die Fortsetzung von EPL in deutscher Sprache: Das Ja-Wort – Wie ich meinen Frieden mit der Ehe machte. Für zwei Lesungen ist Gilbert auch in Deutschland: Am 20. September in Berlin und am 21. September in Hamburg. Weitere Informationen bei Berlin Verlage.

Offizielle Webseite des Films Eat Pray Love.

Rezension von Eat Pray Love auf yogaservice.de.

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