Asana des Monats: Prasarita Padottanasana und Verbeugen

Prasarita Padottanasana ist eine aktive Standposition und kann zugleich eine Haltung des Loslassens und der Befreiung sein. Prasarita bedeutet ausgestreckt, ausgeweitet oder ausgedehnt. Pada bedeutet Fuß. Yogalehrer Detlev Alexander sensibilisiert für die Feinheiten der Yogahaltung im Monat Oktober.

Eine Vorbeuge ist in gewisser Weise auch eine Verbeugung. In bestimmten Kulturen ist sie ein Ausdruck enormen Respektes, was auch mit dem Loslassen des Ego gleichgesetzt werden kann. Loslassen ist nicht das Gleiche wie Kollabieren. Loslassen ist nicht ein weiteres „Tun“, es ist vielmehr ein „Nicht-Tun.“ Wir können das Loslassen nicht forcieren, aber wir können die Ursachen und Bedingungen schaffen, damit es entstehen kann.

In Prasarita Padottanasana sind die Innenseiten der Beine aktiv und ziehen wie ein Reißverschluss zusammen und nach oben – diese Aktion ermöglicht eine tiefe Vorbeuge. Die Wirbelsäule rundet sich dabei leicht, gleichzeitig ziehen die Schulterblätter weg vom Boden, so dass der Nacken weich und lang sein kann. Das aktive Hochziehen der Beinmuskulatur ermöglicht das Loslassen der Wirbelsäule. Wenn der Kopf den Boden – oder einen Yogablock – mit leichtem Druck berührt, kann das Nervensystem entspannen. Traditionell nehmen wir zu Beginn und Ende einer Yogaklasse die Hände vor dem Herz zusammen, um uns anschliessend zu verbeugen. Diese Verbeugung kann aus den folgenden Qualitäten bestehen: Bei der Berührung unserer Hände spüren wir eine Qualität des Zusammenführens und Sammelns. Beim Verbeugen lassen wir los. Beim Wiederaufrichten spüren wir ein Gefühl der Frische uns des Neuanfangs.

Namaste.

Detlev Alexander