Asana des Monats: Achtsamkeit auf die Gefühle

Unsere Yogapraxis können wir uns vorstellen wie die Arbeit in einem Laboratorium. Auf der Yogamatte nehmen wir die unterschiedlichsten Asanas (Körperhaltungen) ein und beobachten was geschieht. Wir nehmen wahr, was in Körper, Geist und Herz auftaucht.

Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "Asana" ist Sitz bzw. zu sitzen mit etwas. Wir sitzen und verweilen. In den Körperhaltungen nehmen wir das Auftauchen und Auflösen von Empfindungen, Gedanken, und Gefühlen war. Wenn zum Beispiel ein Gefühl auftaucht, nehmen wir als erstes zur Kenntnis, dass ein Gefühl aufgetaucht ist. Wir lassen die Geschichte, die wir uns selbst erzählen, fallen und erspüren die Qualität und Textur der jeweiligen Erfahrung: Wie fühlt sich Wut an? Wie fühlt sich Traurigkeit an? Wo in unserem Körper befinden sich diese Empfindungen? Wenn es uns gelingt, mit der Energie der Gefühle sein zu können, lernen wir bei jeder Erfahrung zu verweilen. Wir entdecken Raum in den Gefühlen und bemerken, dass sie nicht so fest und solide sind wie wir vielleicht gedacht haben. Auf diese Weise integrieren wir alle Aspekte unseres Menschseins.

Pema Chödrön, eine buddhistische Nonne, schreibt: „Die Buddha Natur umfasst alles. Sie ist das Ruhige und das Verstörte, das Aufgewühlte und das Stille, sie ist das Bittere und das Süsse, das Angenehme und das Unangenehme“.

Viel Glück!

Detlev Alexander